Die Schlossinsel Rantzau
im 12. Jahrhundert als Wasserburg entstanden
Zentrum für die Region über fast 900 Jahre
heute ein offenes Denkmal der dänischen Epoche in Schleswig-Holstein
Die heutigen Gebäude bildeten die königlich-dänische Administratur für die Grafschaft Rantzau, also dem nördlichen Teil des heutigen Kreises Pinneberg, und stehen für die fast 140 Jahre währende Zugehörigkeit dieser Region zur dänischen Krone - von 1726 bis 1863. Alle Bauten ließ die königliche Regierung in Kopenhagen nach 1800 errichten, als der sogenannte dänische Gesamtstaat aus Dänemark, Norwegen, Schleswig und Holstein entstand. Sie ersetzten das Schloss und die übrigen Gebäude aus der Zeit der Rantzauer Grafen.
Der durch die Palmaille in Hamburg bekannte klassizistische Architekt und dänische Landbaumeister Christian Frederik Hansen entwarf 1805 das Administratorenwohngebäude - früher oft noch Schloss, dann Herrenhaus genannt. Es wurde auf den Grundmauern des alten Schlosses von 1653 erbaut, ist allerdings erheblich kleiner, da es nur noch die Familie des Administrators und einige Hausangestellte beherbergen sollte. Der erste Bewohner war der Kammerherr und aufklärererische Schriftsteller August von Hennings (1808-1826). Er begrüßte zunächst die französische Revolution, distanzierte sich dann aber und musste in den napoleonischen Kriege hier auf Rantzau die feindliche Einquartierung deutscher Truppen erleben. Der letzte Administrator war Adolf von Moltke (1849-1868), Bruder des einen und Vater des anderen Generals Helmut von Moltke, der 1867 erster Landrat des neu gebildeten preußischen Landkreises Pinneberg wurde.